Warum es Unternehmen oft nicht gelingt, das Beste aus der Industrie 4.0 herauszuholen

Mrz 05, 2021

Wird bei Industrie 4.0 nur geredet und nicht gehandelt? Wir bei delaware haben festgestellt, dass sich viele unserer Kunden in einer ähnlichen Situation befinden: eine Fülle von potenziellen Anwendungsfällen, aber ein Mangel an konkreten Umsetzungen. Und warum? Unsere Hypothese: Wir haben einen Status quo in der Fertigung erreicht, der uns daran hindert, die Möglichkeiten von Industrie 4.0 voll auszuschöpfen.

Vor der Industrie 4.0 gab es die Industrie 3.0: das Aufkommen von Automatisierung und Robotik. Allerdings ist 3.0 nie ganz ausgereift, und 4.0 scheint den gleichen Weg einzuschlagen. Das Ergebnis: Unternehmen sind nicht in der Lage, auf unvorhergesehene Umstände wie den Brexit und COVID-19 zu reagieren, obwohl dies aus technologischer Sicht durchaus möglich ist.

In dieselbe Richtung - aber mit unterschiedlichen Autos

Innerhalb eines Industrieunternehmens gibt es vier verschiedene Bereiche, die alle ihr Bestes tun, um die Produktionsleistung zu verbessern.

"Auf der geschäftlichen Seite gibt es die Mitarbeiter, die sich mit der Strategie befassen, und diejenigen, die sich mit dem operativen Geschäft befassen, die alle danach streben, die Leistung zu steigern", erklärt Alexander Naessens von delaware. "Auf der strategischen Seite müssen Entscheidungen darüber getroffen werden, welche und wie viele Produkte wo und wie produziert werden sollen. Auf der operativen Seite arbeiten die Mitarbeiter daran, die Prozesse zu verbessern, den Ausschuss zu reduzieren, mehr zu produzieren, die Qualität zu steigern usw. Sowohl die strategische als auch die operative Seite benötigen Daten und Werkzeuge, die sie bei diesen Entscheidungen unterstützen - und genau hier kommen IT und OT ins Spiel."

industry 4 0 roadmap fig 1

  • IT (Informationstechnologie): Werkzeuge und Funktionalitäten wie ERP, MES und Berichterstattung.
  • OT (Operational Technology): Roboter, Maschinensteuerungen, Bildschirme und Geräte in der Nähe der Ausrüstung.

"Typischerweise werden die IT-Lösungen von der IT-Abteilung verwaltet, während die OT-Lösungen von der technischen Abteilung verwaltet werden", fährt Alexander fort. "Manchmal bieten IT und OT unterschiedliche Lösungen für ein und dasselbe Geschäftsproblem an - und in vielen Fällen arbeiten sie nicht sehr gut zusammen. Der Schlüssel, um Industrie 4.0 wirklich ins Rollen zu bringen? Sicherzustellen, dass IT und OT auf derselben Seite stehen und zusammenarbeiten, um ihr gemeinsames Ziel zu erreichen."

der Schlüssel, um Industrie 4.0 wirklich ins Rollen zu bringen? Sicherstellen, dass IT und OT auf derselben Seite stehen und zusammenarbeiten, um ihr gemeinsames Ziel zu erreichen
Alexander Naessens, Factory of the Future key program lead at delaware

Vom Konkurrenten zum Kooperationspartner

Seit Industrie 3.0 konkurrieren OT und IT miteinander, was die erfolgreiche Umsetzung technologischer Lösungen erschwert. Alexander: "Und der Aufstieg der neuen innovativen Technologien der Industrie 4.0 macht es nur noch schlimmer. Sowohl IT als auch OT betten diese Innovationen wie KI, ML, AR/VR in ihre Lösungen ein. Aber auch die strategischen und operativen Stakeholder selbst springen auf diese neuen Technologien auf. Das macht es für alle immer schwieriger, etwas zu erreichen und echte Auswirkungen zu erzielen."

Hinzu kommt, dass Unternehmen bei der Implementierung von OT- und IT-Lösungen oft mit völlig unterschiedlichen Beratungsfirmen zusammenarbeiten, und auch diese Firmen selbst sind nicht gerade erpicht darauf, Informationen mit ihren Mitbewerbern zu teilen. "Die Frage 'wessen Tool ist besser?' ist hier völlig sinnlos", sagt Alexander. "Was passiert, wenn man getrennte Industrie 4.0-Pilotprojekte in OT und IT laufen lässt? Sie verpuffen beide im Sande. Das liegt daran, dass ein einzelner Bereich oder ein einzelner Anbieter allein nicht erfolgreich sein kann. Es ist notwendig, eine Industrie 4.0-Koalition zu bilden."

Nicht ein einzelner Technologiebereich oder ein einzelner Anbieter kann allein erfolgreich sein. Es ist notwendig, eine Industrie 4.0-Koalition zu bilden
Alexander Naessens, Factory of the Future key program lead at delaware

Teaming up to step up

Bei delaware haben wir eine Industrie 4.0-Roadmap entwickelt, die alle Beteiligten - IT und OT, Strategie und Betrieb, delaware und andere Lieferanten - in den Prozess der Lösung Ihrer geschäftlichen Herausforderungen einbezieht.

industry 4 0 roadmap fig 1

"Dieser Fahrplan besteht aus drei separaten Phasen, beginnend mit der Definition der geschäftlichen Herausforderungen und Prioritäten", erklärt Alexander. "Sobald wir die Geschäftsfachleute definiert haben, die angegangen werden sollten, besteht der nächste Schritt darin, eine Industrie 4.0-Architektur zu definieren, die die Lösungen enthält, die erforderlich sind, um die Daten und die Werkzeuge bereitzustellen, die das Unternehmen jetzt und in Zukunft benötigt. Um diese Phase zu beschleunigen, haben wir eine Referenzarchitektur geschaffen, die unsere bewährten Verfahren und Erfahrungen bündelt, um eine Antwort auf die häufig gestellten Fragen unserer Kunden zu geben. Auf diese Weise müssen Sie nie zu 100 % bei Null anfangen. Der letzte Schritt besteht darin, auf der Grundlage dieser Architektur eine Roadmap zu definieren: Welche Projekte sollten wir zuerst durchführen? Auf diese Weise erhalten unsere Kunden eine umfassende Roadmap, die von der gesamten Industrie 4.0-Koalition entwickelt wurde und sowohl OT- als auch IT-Lösungen umfasst."

Möchten Sie mehr darüber erfahren, wie unsere Roadmap für Industrie 4.0 und unsere Referenzarchitektur in der Praxis funktionieren?

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